Psychotherapiepraxis Martina Woocker - - Dipl.-Psychologin/Heilpraktikerin (Psychotherapie) -
Warum sollten Menschen ihr Gefühlserleben trainieren.....?

Unter dem Reiter ...ein logotherapeutischer Weg... lesen Sie, dass es auf unsere Einstellung ankommt, die letztlich maßgeblich mit bestimmt, wie wir uns in bestimmten Situationen verhalten.

Ein Beispiel:

Dass Menschen oftmals Angst vor dem Alleinsein haben, ist im Grunde bekannt. Um nicht alleine sein zu müssen, wird oftmals einiges getan und sogar in Kauf genommen.

Es ist demnach sehr angenehm, wenn wir uns der Fürsorge und Liebe von anderen Menschen sicher sein können. Darum gehen viele Menschen Beziehungen ein, steuern auf den Ehehafen zu und wünschen sich lebenslanges 'Miteinander sein'.

Doch wie schaffen wir es, dass wir dieses Gefühl der Verliebtheit bei uns und bei unserem geliebten Partner aufrecht halten können?

Das ist nicht so einfach. Beziehungen, Beziehungs-u. Ehepartner wollen immer wieder gepflegt werden. Wir "arbeiten" an unserer Beziehung sagen wir. Im Grunde "erarbeiten" wir uns selbst eine stabile Gefühls-Grundlage, damit wir auch weniger schöne Zeiten mit unseren Beziehungs-u. Ehepartnern durchleben und meistern können. Das ist oftmals aufwändig, kostet Energie und fordert uns Geduld ab. Und genau diese Geduld ist oft schwer aufzubringen.

Eigentlich hätten wir gerne alles jetzt und bitte sofort und bitte auch ohne große Hindernisse und Anstrengungen,,,

Bemerken wir jedoch, dass wir schwierige Situationen ohne so genannte 'Dramen' meistern können, sind wir stolz und vertrauen zunehmend einer gewissen Stabilität, die sich innerhalb unseres Gefühlserlebens einstellt. Wir sind auf einmal nicht mehr sofort ärgerlich, wenn etwas nicht funktioniert, oder launisch, wenn wir z. B. länger arbeiten müssen, oder völlig frustriert, wenn der beste Freund keine Zeit hat.

Wir haben begonnen, unser Gefühlserleben besser unter Kontrolle zu bringen - im Erleben von schwierigen Situationen haben wir unseren 'Muskel' Gefühl immer besser trainieren können und sind vorbereitet, wenn es einmal nicht so läuft wie wir es wünschen.

Dieses Training funktioniert allerdings nur dann, wenn wir vor den schwierigen Situationen nicht weglaufen, sondern in diesem 'Sportstudio'Gefühl bleiben und unsere Trainingseinheiten absolvieren.

Kein Mensch erwartet den Aufbau seines Muskels - ob an den Armen oder Beinen oder am Bauch - wenn er nicht die dafür bestimmten Übungen absolviert.
Mit unserem Gefühlserleben ist es nicht anders. Um seelisch belastbar zu werden, dürfen wir den schwierigen Situationen nicht ausweichen - wir müssen diese als eine Aufgabe, die es zu lösen gilt, betrachten.

Denn, wenn die Gefühle immer als 'bedrohlich' und unerträglich im Suchtmittelkonsum oder über dysfunktionale Verhaltensweisen (als gestört oder nicht erwachsen von anderen wahrgenommen) abgewürgt werden, dann erschlafft der 'Muskel' Gefühl mehr und mehr und wir haben zunehmend den Eindruck, dass uns alles aus der Hand gleitet und außer Kontrolle gerät und wir nicht mehr Herr unserer Gefühle sind.
Viele abhängigkeitskranke Menschen sagen dann: "...das hat mich so weggespült und wurde mir alles zuviel. Das war wie eine große Welle, aus der ich nicht herausgekommen bin...und dann habe ich konsumiert..."

Genauso könnte es geschehen, wenn unser Gefühlserleben von uns nicht genug trainiert wurde und wir in vielen Situationen überfordert sind.

Es könnte aber auch noch folgendes passieren:

Wird ein abhängigkeitskranker Mensch im Moment seines Konsums von einem anderen Menschen bemitleidet, getröstet und liebevoll behandelt, dann entsteht sehr schnell eine Verknüpfung, sich möglicherweise über das Mitleid der anderen Fürsorge und Liebe irgendwie 'holen zu können'.

Und es entsteht noch mehr: Es entsteht eine Art 'Berauschung', weil es tatsächlich gelungen ist, einen anderen Menschen quasi in die Pflicht nehmen zu können hinsichtlich einer aufopferungsvollen und fürsorglichen und liebevollen Behandlung, die darauf abzielt, dass der abhängigkeitskranke Mensch seinen Konsum aufgeben kann.

Das ist die Geburtsstunde der Manipulation anderer Menschen, die sich mit einem Male in der Pflicht sehen, dem abhängigen und kranken Menschen das Leben irgendwie schön gestalten zu wollen, damit dieser nicht konsumiert. Das ist die Geburtsstunde des Ersatzrausches im Austausch für das nicht mehr konsumierte Suchtmittel. Und das wäre dann auch der Beginn der so genannten Co-Abhängigkeit von z. B. Familienmitgliedern, die doch alles versuchen wollen, damit der abhängigkeitskranke Mensch genesen kann und bitte nicht mehr konsumieren muss....

Hier stellt sich die Frage, wer jetzt von wem abhängig bzw. fremdbestimmt wird. Spielen Sie es, liebe Leser dieser Seite,  einmal durch....der abhängigkeitskranke Mensch wird fremdbestimmt von seinem z. B. Suchtmittel und das 'helfende' Familienmitglied wird fremdbestimmt vom Verhalten des abhängigkeitskranken Menschen. Wiederum ist der abhängigkeitskranke Mensch fremdbestimmt hinsichtlich seiner oft chaotischen Gefühlslage, die dann wieder fremdbestimmend auf den 'helfenden' Menschen wirkt...

Um noch einmal auf das anfangs genannte Beispiel der Angst vor dem Alleinsein zurückzukommen, sind doch abhängigkeitskranke Menschen mit den z. B. 'helfenden' Familienmitgliedern immer in Kontakt - wie dieser Kontakt auch wirken mag.....

Für viele Menschen lohnt sich vielleicht sogar die Entwicklung einer Abhängigkeitserkrankung oder das Ausleben unerwachsener bzw. dysfunktionaler Verhaltensweisen. Denn es ist irgendwie für eine lange Zeit immer jemand da, der sich für die Abhängigkeitserkrankung verantwortlich fühlt und sozusagen 'aufpasst'.

Der Mensch, der konsumiert, ist zumindest erst einmal oder auch für lange Zeit nicht alleine - zumindest so lange, bis niemand mehr im Umfeld vorhanden ist, der mit Verständnis und Fürsorge auf das Konsumverhalten reagiert. Und dieser Tag und Moment kommt!

Vielleicht ist es doch besser, das Gefühlserleben zu trainieren und eine neue Einstellung dem Suchtmittel und unerwachsenem Verhalten gegenüber aufzubauen...

Lesen Sie dazu den Text unter dem Reiter:

Das 7-Ebenen-Modell der Rückfalprophylaxe-Arbeit.