Psychotherapiepraxis Martina Woocker - - Dipl.-Psychologin/Heilpraktikerin (Psychotherapie) -
Hinweis auf das bald erscheinende Arbeitsbuch

Das
Abstinenz-Rausch-Syndrom-Therapiemanual

der A(R)ST, an dem Sie sich festhalten können

- eine logotherapeutische Vorgehensweise, denn es geht um die Einstellung -

von Martina Woocker

Kleines Vorwort


Das Therapiemanual Abstinenz-Rausch-Syndrom die Suche nach Ersatz-Rausch in Zeiten der Abstinenz habe ich während meiner suchttherapeutischen Arbeit entwickelt. Das Manual ist das Ergebnis aus meinen Gesprächen mit ca. 450 nicht inhaftierten und inhaftierten Patienten, die ich seit 2011 im Gruppen-u. Einzelsetting suchttherapeutisch und rückfallprophylaktisch begleitet habe.
Damit erfüllt dieses Therapiemanual keine höheren wissenschaftlichen Standards, sondern ist als ein Arbeitsbuch zu verstehen für Menschen mit stoff-und/oder nicht stoffgebundenen Abhängigkeitserkrankungen und den damit sehr häufig verbundenen so genannten dysfunktionalen Verhaltensweisen.

(Erklärung:dysfunktionale Verhaltensweisen werden von anderen Menschen als ‚nicht zweckerfüllend‘, ‚gestört‘ und oftmals auch als ‚nicht erwachsen‘wahrgenommen.)

Dieses Therapiemanual ist insbesondere auch ein Arbeitsbuch für Angehörige von Abhängigkeitserkrankten, da sich Angehörige oftmals die Schuld oder eine große Teil-Schuld für die Abhängigkeitserkrankung zuschreiben und es ist ein Arbeitsbuch für Therapeuten, das innerhalb von Einzel- oder Gruppensitzungen eingesetzt werden kann.

Zentrale Themen dieses Manuals sind der Zustand des bisher so genannten ‚Trockenrauschs‘ in den Zeiten der Abstinenz und die ‚Einstellung‘, die Menschen ihren Suchtmitteln gegenüber haben. 

Jeder Teilnehmer/Patient, den ich bis heute suchttherapeutisch begleitet habe bzw. begleite, beklagte und beklagt so genannte ‚Trockenrausch-Symptome‘, die immer wieder in Zeiten einer abstinenten Lebensweise aufgetreten wären.  Die Bezeichnung „Trockenrausch“ wird bis heute zur Beschreibung des Verhaltens vieler abstinent lebender Alkoholiker verwendet.

Mit dem Begriff Trockenrausch soll ausgedrückt werden, dass sich der gerade abstinent lebende Alkoholiker noch genauso verhält wie zur Zeit des aktiven Trinkens – dass sich also außer seiner Entscheidung, den Alkohol nicht zu konsumieren, nichts in seinem Leben verändert hat. Im Grunde hat sich also die Einstellung zum Suchtmittel Alkohol während der abstinenten Zeit nicht verändert. Was genau bedeutet denn ‚Einstellung‘?

Unsere so genannte ‚Einstellung‘ ist eine gedankliche Positionierung, die wir einnehmen, nachdem wir uns über eine bestimmte Sache eine Meinung gebildet haben. Ausgehend von dieser Positionierung oder Auffassung oder von diesem Standpunkt stellen wir uns auf eine bestimmte Richtung ein, in die wir dann gehen wollen. Unser Verhalten  folgt nun dieser Einstellung nach.

Diese Einstellungen, die wir gegenüber Menschen, Situationen oder gewissen Gegebenheiten ausbilden, erleichtern uns einerseits das Leben, da vieles mehr oder weniger automatisch ablaufen kann. Andererseits werden wir es als mühevoll empfinden, wenn wir unsere Einstellung gewissen Menschen, Situationen oder Gegebenheiten gegenüber ändern müssen. Dann werden wir wahrscheinlich einen sehr triftigen Grund brauchen, um tatsächlich die Einstellung, die wir schon so lange haben, zu verändern.

Vergleichen wir die Einstellung mit einem Radiosender. Zuerst denken wir darüber nach, welche Musik in welchem Radiosender gespielt wird. Die eine Musik im Sender A mögen wir nicht, dafür aber die Musik im Sender B. Wir stellen das Radio auf die Frequenz des Senders B ein. Jetzt brauchen wir das Radio nur einschalten und umgehend läuft die Musik, die wir sehr gerne hören.

So wie ein Radio stellen wir uns quasi ebenfalls ein. Haben wir dann diese und jene Einstellungen, läuft unser Verhalten - wie zuvor bereits erwähnt - praktisch automatisch ab. Und haben Menschen tatsächlich die Einstellung, dass so ein Sekt am Morgen den Kreislauf in Schwung bringt, wird sehr häufig – oftmals automatisch – ein Gläschen Sekt (und auch zwei oder drei…) am Morgen getrunken, denn die Einstellung war ja, dass Sekt den Kreislauf in Schwung bringt…Was könnte jetzt diese Einstellung verändern? Die Aussage eines Arztes, dass Sekt am Morgen nicht so gesund wäre wie der Patient dachte...? Vielleicht würde der Patient zunächst einmal den Sekt nicht konsumieren, aber hätte sich dadurch die Einstellung dem Sekt gegenüber tatsächlich geändert...?
Oder könnte es nicht sehr gut sein, dass der aktuell nicht Sekt trinkende Patient die leichte Berauschung des Sektes am Morgen sehr vermisst und zunehmend Trockenrausch-Symptome entwickelt?

Um den Zustand des ‚Trockenrauschs‘ auch für andere Abhängigkeiten als die Alkoholabhängigkeit in einem Wort beschreiben zu können, entwickelte ich das Wort Abstinenz-Rausch-Syndrom – der Name dieses Manuals.